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Philosophie + Grundsätze
 

Raiffeisen-Grundsätze

Die Genossenschaftsbewegung nach dem System Raiffeisen hat ihre Wurzel im Gedanken der christlichen Solidarität. Ziel ist die gemeinschaftliche Selbsthilfe nach dem Leitmotiv: „Einer für Alle – Alle für Einen“.

Die fördernde Zusammenarbeit basiert auf den Grundprinzipien Solidarität, Subsidiarität und Regionalität. Die Mitarbeit durch Funktionäre erfolgt grundsätzlich ehrenamtlich.

Förderungsauftrag

Raiffeisengenossenschaften bezwecken zuallererst die wirtschaftliche Förderung ihrer Mitglieder. Professionelles Wirtschaften schafft die nötige Grundlage für die nachhaltige Erbringung von Förderleistungen. In der Geschäftsbeziehung zu ihren Mitgliedern stellt die Raiffeisengenossenschaft jedoch den Nutzen des Mitgliedes und nicht die Maximierung ihres eigenen Profits in den Vordergrund.

Solidarität

Solidarität im Sinn von Raiffeisen bedeutet, dass sich Genossenschafter freiwillig zusammenschließen, um einander zur Erreichung gemeinsamer Ziele zu unterstützen. Allerdings ist dieser Grundsatz im Zusammenhang mit jenem der Subsidiarität zu sehen: Erst wenn der Einzelne das Ziel nicht aus eigener Kraft erreichen kann, soll er auf die Kraft der Gemeinschaft zugreifen können. Solidarität ist also nicht die Verteilung von Almosen, und wer Solidarität einfordert, muss bereit sein, seinen eigenen Beitrag zu leisten.

Subsidiarität

Die Zusammenarbeit in Raiffeisengenossenschaften erfolgt nach dem Grundsatz der Subsidiarität: Nur jene Aufgaben, die der einzelne nicht selbst wenigstens ebenso gut erfüllen kann, werden von der Gemeinschaft erbracht. Dasselbe Prinzip gilt für die Zusammenarbeit von Genossenschaften im Raiffeisenverbund. Verbundorganisationen verdrängen die Primärebene nicht, sondern übernehmen lediglich jene Aufgaben, welche die Primärebene nicht mehr bewältigen kann.

Regionalität

Raiffeisengenossenschaften sind in ihrer Region tief verwurzelt. Sie beschränken sich in ihrer Geschäftstätigkeit grundsätzlich auf ihre Region. Diese Regionaltität ermöglicht persönliche Beziehung und schafft damit auch eine Grundlage für gelebte Solidarität.
Aus der Regionalität erwachsen aber auch handfeste wirtschaftliche Vorteile – z. B. die genaue Kenntnis des Marktes, oder die genaue Kenntnis der Bonität von Kreditwerbern.

Ehrenamtliche Mitverantwortung – die Rolle der Funktionäre

Der Erfolg von Raiffeisen in Österreich wäre ohne die ehrenamtliche Tätigkeit der zahllosen Raiffeisen-Funktionäre in Vorständen und Aufsichtsräten nicht möglich. Die demokratisch gewählten Funktionäre sind, unabhängig von ihren Funktionen, die Vertreter der Genossenschafter und damit Sprachrohre und Ohren einer Genossenschaft. Um ihre oft schwierige Aufgbae bewältigen zu können, bilden sie sich laufend fort.